Athina und Vasilis Hatzimichailidis … für immer vereint                                                 

Ich lernte die Arbeit des Keramikkünstlers Vasilis und der Keramikmalerin Athina das erste Mal im Sommer 2003 in einer Galerie auf der Insel Rhodos kennen. Die Galerie, die sich der Keramikkunst widmete, war in der mittelalterlichen Altstadt von Rhodos, welche 1988 als Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurde.

Foto oben. Die Ritterstraße (Odos Ippoton) in der Altstadt von Rhodos.

Es war tatsächlich „Liebe auf dem ersten Blick“. Ich arbeitete damals an meiner Masterarbeit und war mir ziemlich sicher und stabil in meiner Berufung als Umweltwissenschaftlerin. Jung und naiv genug war ich um zu glauben, dass ich die Welt retten kann. Ich ahnte nicht, was für einen Einfluss diese Arbeit eines Tages auf mich und meiner Entscheidungen haben würde. Und so, wie es im Leben ist zog jeder nach dem Sommerferien weiter… in seinem Alltag und seinen Gedanken.

Foto oben. Details von den Fischmotiven.

Eine Erinnerung aber behielt ich. Ich kaufte einer Ihre Meisterstücke ein. Einen aus Platten geformten, aber sehr verformten, Teller mit vielen winzig kleinen Fischen auf einem türkisenen Hintergrund. Diesen schenkte ich einer geliebten Person. Er stand immer auf dem großen Esstisch der Familie und hieß die Besucher mit einer kleinen süßen Aufmerksamkeit willkommen. Immer wenn ich dort war wachte in mir die Erinnerung auf. Es vereinten sich Glücksgefühle, Bewunderung und die Neugier auf das Handwerk und auf die Ästhetik der beiden Künstler. Dieser eine Teller würde mich 14 Jahre später wieder zu Ihnen führen.

Foto oben. Vasilis und Athina bei der Arbeit in ihrer Werkstatt in Thessaloniki - Griechenland

Da die beiden es eigentlich gut meinen und nichts mit den Social Media zu tun haben wollen, ist es sehr schwierig sie online zu finden. Ich musste lange recherchieren, bis endlich ein gemeinsamer Freund mich Ihnen vorstellte. Er hat „ein gutes Wort“ für mich sprechen müssen damit die Verhandlungen beginnen konnten. Denn Deutschland, ob ihr es glaubt oder nicht, ist in der Tat sehr weit weg für die meisten Griechen. Nach sechs Monaten war es dann soweit. Im Herbst 2018 durfte ich 4 Pakete mit wunderschöner Keramik öffnen. Schön Präsentiert in meinem Atelier bewundere ich diese ausgezeichnete Arbeit jeden Tag. Denn eins steht fest. Es gibt nicht mehr so viele kleine Keramikbetriebe, die trotz der mühsamen Handarbeit, die Formgebung und die Malerei so beherrschen und einsetzen, dass ein solch einzigartiges Geschirr aus einer verlorenen Zeit noch anfertigen kann.

Foto oben. Tassen, Teller und Schüsseln in verschiedenen Größen gestallten ein bewundernswertes Bild auf einem gedeckten Tisch.

INFO

Der kleine Familienbetrieb in Thessaloniki produziert seit 1985 hauptsächlich Gebrauchskeramik aus Steinzeug. Den Impuls für die Formgebung kommt von Vasilis. Viele der Stücke entstehen an der Töpferscheibe und einige werden aus Platten hergestellt. Die handbemalte Fischmotive, winzig kleine Granatäpfel, Zweige und wiederholende geometrische Motive werden sehr sorgfältig und in mehreren Schritten von Athina platziert. Sie benutzt dabei Farbkörper, Engoben und Oxide. Die Keramik wird bei oxidierender Atmosphäre und bei 1200 °C glattgebrannd. So entsteht ein wunderschönes, stabiles und spülmaschinenfestes Geschirr.